Bar25 oder wie die große Liebe zu Paul Kalkbrenner’s Musik entstand

Guten Tag, icke wieder, Berlin calling..
..hast du mich vermisst geliebtes Berlin? Ich dich auch!!

Deswegen mit den neuerworbenen Lieblingen und Stickers bewaffnet, endlich wieder in die zweite Heimat. Und ich komme mit einem Auftrag! Die Hauptstadt mit Love and Light plakatieren zu lassen. Es lebe der Klebewahn! Aber in letzter Instanz komme ich dieses Mal aus einem ganz besonderen Grund oder besser gesagt wegen einem ganz besonderen Menschen. Ein Mensch der mit seiner Musik, meine Seele verzaubert hat!
Sicherlich gab es schon ein paar Herausragende vor ihm in dieser Musikrichtung, dennoch bin ich der Meinung, dass es erst IHM gelang Techno so richtig salonfähig zu. Wie kein Anderer vor ihm!
PAUL KALKBRENNER!

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Aber lasst mich von vorne anfangen..
..diese Liebe ist so viel tiefer! Ich bin nicht einfach nur ein „Fan“! *zwinker

Es begann in der Bar25! Ja richtig, Berlin’s legendärsten Techno-Club, in der Holzmarktstraße, direkt am Spreeufer. Zwischen 2004 und 2010 gab es Niemanden, der an diesem Ort vorbei kam. Die Bar25 hatte absoluten Kultstatus! Wurde schnell zu DEM wichtigsten Tag- und Nachtclub Berlins, und erlangte auch internationalen Respekt. Ich bin sehr dankbar diesen Mythos live miterlebt zu haben, auch wenn ich damals wahrscheinlich der Einzigste war, der keine Ahnung hatte wo er sich da befand. Seit meinem frühesten Kindheitsalter liebe ich Berlin, versuche so oft wie möglich dort zu sein, aber in der Clubszene kannte ich mich damals null aus. Außerdem sind Berliner Clubs im Allgemeinen in keinster Weise mit dem zu vergleichen was man in Franken oder einem anderen Teil Deutschlands findet. Für diese Art von Nachtleben braucht man echt verdammt viel Kondition! *lach

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Ich war gerade ein paar 20, froh als es früh um 5 hieß, wir gehen nach Hause. Endlich im Taxi, kamen meine Freunde dann doch auf die glorreiche Idee, noch einen Abstecher in die Bar25 zu machen. Oh nein! Bitte nicht! Ich war fix und alle und wollte eigentlich nur ein Bett. Na gut, ich fügte mich meinem Schicksal. Im Nachhinein eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Auf dem Weg dorthin, dachte ich nur so „Ein Club um die Uhrzeit? Da soll noch was los sein??“. Angekommen traute ich meinen Augen kaum. Eine unendlich lang scheinende Menschenschlange. Nicht irgendwelche Menschen, Bar25-Gänger, bunt und schrill, vermutlich hauptsächlich Berliner, die wussten dass genau jetzt die richtige Zeit war. Zum Glück hatten unsere Berliner Freunde Kontakte in die Clubszene, wir konnten direkt rein. Später erfuhr ich, dass das Reinkommen wohl die größte Hürde überhaupt war. Manche standen stundenlang an, um an der Tür dann trotzdem abgewiesen zu werden. Damals vermutlich die härteste Tür Deutschlands. Die Auswahlkriterien blieben für Viele bis zum Schluss ein Rätsel.
Als ich den Club betrat,  ging bereits die Sonne auf.
Was ich dann in der Morgensonne zu sehen bekam, habe ich nie vergessen, nie wieder so erlebt! Der Erste Gedanke der mir in den Sinn kam..WOW..lass ma hier für immer sein! Kaum in Worte zu fassen! Auch schwer in Bilder, die eh nicht erwünscht waren. Nur einer einzigen Fotografin war es jemals gestattet das einzufangen, brilliante Arbeit. Ein wahr gewordener Hippietraum! Bunt und dreckig, Konfetti, Feuertonnen, Discokugeln die von den Bäumen hingen, Seifenblasen, Autoscooter und Schaukeln mit denen man sich bis übers Spreeufer schwingen konnte, einfach einzigartig, mit wahnsinnig viel Charme und liebe zum Detail. So individuell wie die Gäste selbst.

Eine Atmosphäre wie im Wunderland!

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Wenn du die Bar25 live erlebt hast, verstehst du Berlin!!
Selbst heute, nach allem was ich in der Zwischenheit gesehen habe, fehlen mir immer noch die Worte wenn ich daran zurück denke! Da der Club ausschließlich über die Sommermonate geöffnet war, spielte sich Alles hauptsächlich unter freiem Himmel ab. Die Bar selbst bestand aus einem Holzschuppen im Stil eines amerikanischen Saloons. Von dort aus erreichten mich die Klänge von Paul Kalkbrenner das erste Mal, und trafen mich mitten ins Herz! Zu dieser Zeit gab er sich dort öfter die Ehre. In Berlin hatte er in der Szene bereits einen Namen, aber ich hatte natürlich keinen Schimmer. Ich wusste nichts! Ich wusste ja nicht mal was die Bar25 ist. Dennoch war die Beziehung, die ich vom ersten Klang an zu dieser Musik und seinem Meister aufbaute, eine komplett andere wie ich es je erlebt hatte und habe. Ich war sofort verzaubert!
Mein persönlich erstes Lied „Aaron“ ist bis heute mein absolutes Lieblingslied. Witzigerweise war dann aber „Self“ mein erstes Album, noch bevor ich mir „Berlin calling“ zulegte, mit dem er ganz Deutschland, wenig später die ganze Welt, infizierte. Keine Ahnung mehr wie lang wir geblieben sind, ich weiss nur, dass ich noch nie so geflasht war. Aber ich weiss, dass ich das erste Mal nicht nach einer Toilette hätte suchen, da ich sie vorher gerochen habe. Als Mädchen aus Bayern, hätte ich’s zu erst bei den Holztüren mit den Herzchenausschnitten versucht. Im Prinzip war dieses Thema egal, da ich nicht einen einzigen Drink bestellt habe. Ich hab es schlicht weg vergessen. *lach
Nach 7 Jahren, was für einen Berliner Club verdammt lang ist wegen Bürokratie, Konzessionen usw., schloss die Bar25 am 14. September 2010 für immer ihre Tore. Gott sei Dank haben tolle Leute dafür gekämpft, dass sie wenigstens in veränderter Form, und endlich auch wieder am ursprünglichen Ort, weiter lebt!

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In der Zwischenzeit hatte ich Paul Kalkbrenner so oft wie möglich live erlebt! Sei es Ibiza, Chiemsee Festival o.ä. jeder einzelne Gig war grandios! Und auch wenn viele Berliner mittlerweile zu cool dafür sind, ihn weiter zu hypen, manche sagen „..Mainstream..Kommerz..was auch immer..“, für mich nicht! Von der ersten Sekunde an, bis heute, liebe ich diesen wunderbaren, melodischen, vielfältigen und für mich einzigartigen Techno. Noch bevor ich oder auch viele Anderen ihn kannten. Ich geh selten mit Mode oder Masse. Persönlich finde ich, dass der Kommerzgedanke auch irgendwie eine gewisse Auszeichnung ist, da weisst du dass du’s geschafft hast! Erreicht man ja automatisch mit einer gewissen Bekanntheit. Die Musik begleitet mich jetzt seit Jahren, ich finde er ist seiner Linie treu geblieben. Für mich kein Abklatsch, sondern Weiterentwicklung, Neuerfindung, aber mit extremen Wiedererkennungswert. Jedes seiner Stücke, hat mich immer wieder auf’s Neue erreicht und verzaubert. Er ist ein Pioneer seines Fachs, er hat mir und bestimmt auch vielen Anderen, diese Art von Musik erst so richtig zugänglich gemacht.
Mittlerweile ist es leider recht schwierig geworden, Paul Kalkbrenner in Deutschland live zu erwischen. Dieses Jahr hat er nur 2 Gigs gespielt. Aber Dank meiner tollen Freunde, für die ich sehr dankbar bin, bekam ich auf meinen 30sten Geburtstag ein Ticket. Mir war sofort klar, dass das ein außergewöhnliches Erlebnis auf noch tieferer Gefühlebene wird, und fand auch äußerlich das perfekte Outfit dafür. Denn auch wenn ich ihn mittlerweile öfter gesehen hatte..
..seit der ersten Bar25 Begegnung nie wieder in BERLIN! HEIMSPIEL DIE ZWEITE! *wuhuu

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Jede Freude, der nicht ein Warten vorausgeht, hat keinen richtigen Wert!

Und so freute ich mich seit Anfang des Jahres auf diesen besonderen Tag!
Um sich darauf einzustimmen, statteten wir in der Nacht davor, meinem absoluten Lieblingsclub Kater Blau, einen Besuch ab. Man muss dazu sagen, Kater Holzig Nachfolger der Bar25, aber genau auf der gegenüberliegenden Seite der Spree, Kater Blau Nachfolger des Kater Holzig, wieder auf dem ursprünglichen Gelände Holzmarktstraße 25 der legendären Bar25. Aber auch der Kater ist mal einen eigenen Blogpost wert. *zwinker
Leider hatten wir das Lineup vorher nicht gecheckt. Da hätten wir noch vernüftig sein können. Meine Freundin, gleichzeitig Paul Kalkbrenner-Begleiterin, und ich wollten ja so oder so in den Kater, egal wer spielt Katermukke immer gut, da wir jeder für sich und auch gemeinsam eine ganz besondere Beziehung zu diesem Club haben. Als wir uns gerade entschlossen hatten abzubrechen, kam Sven Dohse. OMG! Was ein Seegen oder Fluch?! Auch er ist seit Bar25 Zeiten ein Pioneer seiner Klasse. Sie lebt ein Stück weit durch ihn weiter. Oh man! Irgendwas ist ja immer. Wir haderten mit unserer Vernuft. Das Herz gewann! Es kommt wie es kommen musste. Wir verließen den Club erst als es bereits hell war, na ja man lebt ja nur einmal.

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Positiv denken! Es hätte auch schlimmer sein können. Afterhour liesen wir aus. Auch trink ich im Kater meistens nur Rhabarber oder nachgefülltes Wasser aus der tollen Wasserstelle. Strotzdem kamen wir völlig geblättet, mit bereits vertantzen Füßen, recht unmotiviert weil auch wenig Schlaf, am Tempodrom an. *ups Was soll’s, geteiltes Leid ist halbes Leid. Zum Glück hatten wir die perfekte Zeit erwischt, nutzten unsere Kontakte nicht, suchten uns lieber einen Platz in der Menge, direkt vor dem Licht- und Mischpult, präparierten uns mit Weisswein und auf los ginge los.
Der erste Ton der uns erreichte ließ uns sofort auf Wolke 7 schweben, weg war der Kater vom Kater! Es gab kein Halten mehr, wir tanzten das komplette Set durch. Lachend und mit Tränen, aber ohne Pause. Wer genau hin hört, hört ab und zu einen Glücksschrei, YEEEEAAAAAHHHAA! Es hätte keine bessere Begleiterin für diesen Moment gegeben. Auch wenn wir uns beide, getrennt voneinander verliebt haben, habe ich mit ihr, wie mit keinem anderen Menschen, eine Verbindung auf dieser Ebene zu dieser Musik! Und es war das allererste Mal, dass wir diese Musik gemeinsam live erleben konnten! Ein unbeschreibliches Gefühl!
Man spürt einfach, dass er seine Musik liebt & lebt! Wer ihn je live erleben durfte weiss, dass er im Gegensatz zu vielen anderen DJs ein wahrer Entertainer ist! Er schafft es sogar seine eigene Crew mitzureißen. In dem Moment, in dem ich sah, dass selbst die Lichttechniker ihn, vielleicht auch ein bischen ihre eigene Arbeit, feierten, hab ich ihn doppelt gefeiert!

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Nach über einer halben Stunde Zugabe, war meine persönliche Krönung, das Abschlusslied! Ich feierte ihn so hart! Beim zweiten Mal Bühne verlassen dachte ich echt das war’s. Und dann..bamm „Aaron“!! Und nicht so wie sonst „Sky and Sand“. Ich bin völlig ausgerastet!
Verzaubert, nass geschwitzt und außer Atem, verließen wir das Tempodrom. Ich hatte nur ein einzigstes Foto gemacht, wer mich kennt weiss, dass es das so gut wie nie gibt. Ich hatte es einfach vergessen! Vielen Dank für’s Helfen, Christian! Randvoll mit Adrenalin, vergessen war der wenige Schlaf und die Nacht vorher. Dennoch entschieden wir nach Hause zu gehen. Was sollte auch noch Besseres nachkommen?!

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Am nächsten Tag entspannte ich mich, verbrachte mit meiner Schwiegermum noch ein paar schöne Stunden am Ku’damm, bevor es heim ging. Auch wenn die meisten richtigen Berliner diesen Ort so gar nicht „hip“ finden, gehört es für mich dazu. Ich bin ein Mensch mit Kontinuität. Berlin beginnt für mich den Bär in der spanischen Allee zu feiern, angekommen zu sein wenn man aus nächster Nähe den Fernsehturm sieht und eben das KaDeWe zu besuchen. Ein bischen touristisch, aber ich steh dazu, ich darf das, ich bin schließlich nur Teilzeitberlinerin. *zwinker Natürlich ist es im Gegensatz zu dem davor Erlebten ein kleiner Kulturschock, aber ich kann beides recht gut. Ich liebe Facettenreichtum. Und ich liebe das KaDeWe seit ich ein Kind bin. Mein Onkel hat mich früher oft dort ausgesetzt und verbrachte tausende von Stunden dort, auch alleine. Gerade der sechste Stock ist der Hammer!
Genug gesagt..oder viel zu viel..hoffe ihr habt auch Kondition und habt bis zu Schluss durch gehalten. Was gibt’s noch zu sagen?! Nichts mehr, außer dass dieser Berlintrip definitiv zu den Top 5 gehört, die ich je erleben werde! Danke für diese geile Zeit, hoffentlich bis ganz bald, lieber Paul!
Danke Hase, für diese gemeinsame Erinnerung, sie wird für immer in meinem Herzen bleiben! Und ein großes Dankeschön an 2 ganz besondere Menschen, die mich während des Schreibens dieses Posts, seelisch getragen haben! Unendlich glücklich!!
FOREVER LOVE!

LOVEANDLIGHT
Eure Dani

PS Ich entschuldige mich für die schlechte Bildqualität! Aber ich konnte leider Pauli, meine Canon, weder in den Kater noch zu Paule mitnehmen